Archiv für April 2021

Jom Haatzma’ut im Hugo Mendel

Wenn man mit Menschen spricht, die den Tag der Unabhängigkeitserklärung Israels miterlebt haben, hört man immer wieder eines: «Es war ein Gefühl wie Jom Tow». Egal wie man die historisch bedeutsamen Ereignisse dieses Tages religiös bewertet, ob man Hallel sagt oder zumindest kein Tachanun betet – ein erfreuliches Ereignis diesen Ausmasses hat es bei den Juden seit der Rückkehr aus Babylonien und der Einweihung des 2. Tempels nicht mehr gegeben.

Für die Generation der Überlebenden, die derzeit die Hugo Mendel Residenz bevölkert, hat Jom Haatzmaut eine Bedeutung, die persönlicher nicht sein könnte. Beim gemeinsamen Singen der Hatikwa im Speisesaal blieb kein Auge trocken. Jeder dachte an die Asche der zerstörten Gemeinden Europas und gleichzeitig an den Anfang der wunderbaren Wiederauferstehung unseres zerschlagenen Volkes.

Vor dem feierlichen Mittagessen mit israelischen Spezialitäten, hob Berouria Schoppig hervor, wie der jahrtausendealte Traum, in unser Heimatland zurückzukehren, an diesem Tag in Erfüllung gehen konnte.

Das ganze Haus war mit blau weissen Fahnen geschmückt und mit herrlichen Blumensträussen dekoriert.

Nach der Siesta trafen sich die Bewohner in der Cafeteria, um das spezielle Jom Haazma’ut Gebäck zu geniessen, dass unser Koch vorbereitet hatte: Davidstern-Guetzli mit blau weissem Zuckerguss! Bei geselligem Zusammensein sang man israelische Lieder, die von Herrn Frenkel mit seiner elektronischen Klaviatur begleitet wurden.

In Hoffnung auf viele weitere zukünftige Freuden, wünschen wir allen:
Leschana habaa beJeruschalajim Habenuja!

 

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Pessach 2021 im Hugo Mendel

Pessach 2021 im Hugo Mendel
«Jeder Hungrige komme mit uns essen, jeder Bedürftige komme mit uns das Pessachfest feiern…»
(aus der Haggadah)

Wer sich in Zeiten der virtuellen Sitzungen und Zusammenkünfte einen Seder Pessach mit vielen Teilnehmern und Gästen nicht mehr vorzustellen getraute, konnte in der Hugo Mendel Residenz dieses Jahr, trotzt Pandemie, ein Wunder erleben.

Das Haus war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Da alle Gäste geimpft und negativ getestet waren, konnte der Seder im gewohntem, familiären Rahmen gefeiert werden. Wie jedes Jahr, führte Rav Eli Erlich mit seiner wohlklingenden Stimme durch die bekannten Melodien der Sedernacht. Pessach, Mazza und Maror, vier Becher Wein und ein Festschmaus dazwischen! Beschwingt wurde bis zum Schluss «gut gebaut».

Dank der liebevollen Begleitung des langjährigen Hugo Mendel Pflegeteams, konnten auch die pflegebedürftigen Bewohner die heilige Feier geniessen.

Die Bewohner wurden bereits an den Vortagen zu Pessach in die Vorbereitungen miteinbezogen, um den Aufbau der Spannung bis zum Seder aktiv mitzuerleben. Der Heimleiter gab bereits am Donnerstag einen Schiur zum tieferen Verständnis der Haggadah und am Freitagmorgen verbrannte er mit den ums Feuer versammelten Bewohnern, die letzten Reste von Chametz im Garten in Rezitation eines kabbalistischen Gebets. Dank Uschi Bollags beherzten Charakters erklangen sogar spontan Volkslieder ums Lagerfeuer!

Das Minjan war während aller Jamim Towim mit Bewohner und Gästen sehr gut besucht. Alle Sedarim und Tefilot wurden von Raw Erlich geleitet, der zusammen mit seiner Frau Lea eine wunderschöne Pessachstimmung ins Heim brachte.

Nicht nur bei Hallel in der Synagoge war während Chol Hamoed musikalisch etwas los. Für weltlichere Unterhaltung sorgten ein Pessach-Intermezzo mit Rivki Elias am Klavier und Schoschana Blach mit ihrer Mandoline sowie heimische Unterhaltungsmusik mit Aron Frenkel auf der wunderschönen Dachterrasse mit Blick auf See und Berge.

Die Bewohner und Gäste danken allen, die sich für die gute Stimmung eingesetzt haben und vor allem auch dem Personal, das mit grossen Einsatz zur fantastischen Atmosphäre beitrug.

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